Wie ist das Leben nach dem Tod?

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Jens Bertram lebt in Eibelshausen und ist Energieelektroniker (Fachrichtung Anlagentechnik). Zurzeit studiert er am theologischen Seminar in Ewersbach. Er interessiert sich vor allem für das Neue Testament und möchte nach seiner Ausbildung Gemeindepastor oder Missionar werden.

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Frage von FM:
"Was sagt die Offenbarung zum Leben nach dem Tod?
"

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Die Offenbarung wurde in einer Zeit geschrieben, in der die Christen verfolgt und getötet wurden. Sie soll trösten und neue Hoffnung geben. Sie soll zeigen, dass alles, was in dieser Welt geschieht, in Gottes Hand ist; seine Liebe und seine Fürsorge für sein Volk werden nie aufhören.

Unter diesem Aspekt müssen wir die Offenbarung lesen. Aber obwohl nun ca. 2000 Jahre vergangen sind, ist die Offenbarung aktuell wie nie. Denn auch heute gibt es totalitäre Systeme und Wirtschaftsformen, die sich selber zum Gott erheben, auch heute werden Christen verfolgt. Manchmal scheint es auch, dass es eine zunehmende Offenbarung der widergöttlichen Macht gibt. Darum gilt es auch heute noch, die Offenbarung aufmerksam zu lesen. Wir sollten sie allerdings nicht als exakten Zeitplan verstehen, denn Jesus kann jede Minute wiederkommen.

Das Leben nach dem Tod wird in der Offenbarung ein paar Mal angedeutet. Am deutlichsten wird in Offenbarung 19-22 davon berichtet. Aber auch schon vorher wird beschrieben, wie das Leben mit Gott aussehen wird. So bekommt die Gemeinde in Smyrna die Zusage, dass ihr keine Gefahr vor dem "zweiten Tod" droht, wenn sie durchhält und weiter an Gott glaubt:

Schreibe an den Engel der Gemeinde in Smyrna: Er, der der Erste und der Letzte ist, der tot war und wieder lebt, lässt euch sagen: Ich weiß, dass ihr unterdrückt werdet und dass ihr arm seid. Aber in Wirklichkeit seid ihr reich! Ich kenne die üblen Nachreden, die von Leuten über euch verbreitet werden, die sich als Angehörige des Gottesvolkes ausgeben. Aber das sind sie nicht, sondern sie gehören zum Satan. Habt keine Angst wegen der Dinge, die ihr noch erleiden müsst. Der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, um euch auf die Probe zu stellen. Zehn Tage lang werden sie euch verfolgen. Haltet in Treue durch, auch wenn es euch das Leben kostet. Dann werde ich euch als Siegespreis ewiges Leben schenken. Wer Ohren hat, soll hören, was der Geist den Gemeinden sagt! Allen die durchhalten und den Sieg erringen, wird der zweite und endgültige Tod nichts anhaben.
Offenbarung 2,8-11



Da die Botschaften an alle Christen geschrieben sind, dürfen wir uns darauf verlassen, dass wir nicht den zweiten Tod sterben, wenn wir Gott die Treue halten. Wir können zwar hier auf der Erde getötet werden, aber wir bekommen dafür das ewige Leben mit Gott.

Auch in einigen der anderen Sendungsschreiben geht es um ewiges Leben. Dies ist die Botschaft an Ephesus:

Wer Ohren hat, soll hören, was der Geist den Gemeinden sagt! Allen, die durchhalten und den Sieg erringen gebe ich vom Baum des Lebens zu essen, der im Garten Gottes steht.
Offenbarung 2,7



Der Baum des Lebens - wer von ihm isst, der wird ewiges Leben haben. Er war einer der beiden besonderen Bäume im Paradies, und für Christen, die Jesus treu bleiben, wird die Vertreibung aus dem Paradies rückgängig gemacht; sie haben wieder Zugang zum Baum des Lebens.

Die Botschaft an Pergamon steht in Offenbarung 2,12-17:

Wer Ohren hat, soll hören, was der Geist den Gemeinden sagt! Allen, die durchhalten und den Sieg erringen, werde ich von dem verborgenen Manna zu essen geben. Auch einen weißen Stein werden sie alle bekommen; darauf steht für jeden ein neuer Name, den nur jeder selbst kennt.
Offenbarung 2,17



"Manna" bedeutet von Gott bereitete Nahrung. Die, die ihm treu bleiben, werden von ihm ernährt werden. Ich denke, dass das ein Hinweis darauf ist, dass wir in dem Leben nach dem Tod von dem leben, was Gott uns gibt.

Alle, die durchhalten und den Sieg erringen, werden solch ein weißes Kleid tragen. Ich will ihren Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen. Vor meinem Vater und seinen Engeln werde ich mich offen zu ihnen bekennen.
Offenbarung 3,5



In der Botschaft an Sardes haben wir gleich mehrere Hinweise auf ein Leben nach dem Tod. Erstens die weißen Kleider: Im weiteren Verlauf der Offenbarung tragen all diejenigen weiße Kleider, die schon bei Gott sind und ihn anbeten dürfen. Es zeigt, dass sie rein genug sind, um sich Gott zu nähern. Auch wir werden das dürfen, weil wir durch den Tod Jesu am Kreuz rein gewaschen sind. Der zweite Hinweis ist das Buch des Lebens. In Offenbarung 20,11-14 können wir sehen, was mit denen passiert, die nicht darin stehen. Sie werden mit dem Teufel in einen „See von Feuer“ geworfen. Dieser See ist der zweite, endgültige Tod. Und Jesus wird sich zu uns stellen. Er sagt ganz offen: „der gehört zu mir“.

Die Botschaft an Philadelphia lesen wir in Offenbarung 3,7-13:

Alle, die durchhalten und den Sieg erringen, werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und sie werden immer darin bleiben. Ich werde den Namen meines Gottes auf sie schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes. Diese Stadt ist das neue Jerusalem, das von meinem Gott aus dem Himmel herabkommen wird. Ich werde auch meinen eigenen Namen auf sie schreiben.
Offenbarung 3,12



Wir werden eine Säule in Gottes Tempel. Das ist ein schönes Bild. Immer bei ihm sein, in seiner direkten Nähe. Und wir werden eine Funktion haben. Und niemand kann uns verwechseln, denn er hat seinen Namen auf uns geschrieben, wir gehören voll und ganz ihm.

Wir sitzen mit Jesus auf dem Thron, herrschen mit ihm und sind ihm ganz nah. Nichts trennt uns von Jesus. Das lesen wir in den Zeilen, die an die Gemeinde in Laodizea gerichtet sind (Offenbarung 3,14-22):

Allen, die durchhalten und den Sieg erringen, werde ich das Vorrecht geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie ich selbst den Sieg errungen habe und nun mit meinem Vater auf seinem Thron sitze.
Offenbarung 3,21



In den nächsten Kapiteln bekommen wir immer wieder einen Eindruck vom Himmel. Dort sehen wir, wie das Leben nach dem Tod aussehen kann:

Ich antwortete: Herr, du musst es wissen! Er sagte zu mir: Diese Menschen haben die große Verfolgung durchgestanden. Sie haben ihre Kleider gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht. Darum stehen sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Er der auf dem Thron sitzt, wird bei ihnen wohnen. Sie werden keinen Hunger oder Durst mehr haben; weder Sonne noch irgendeine Glut wird sie versengen. Das Lamm in der Mitte des Thrones wird ihr Hirt sein und sie an die Quelle führen, deren Wasser Leben spendet. Und Gott wird ihre Tränen abwischen.
Offenbarung 7,14-17



Eine grossartige Vision: Wir werden einst alle vor seinem Thron stehen und ihm dienen. Ein Ziel, auf das es sich lohnt zu hoffen und zu warten und die „Qualen“ dieser Welt zu ertragen. Und zum Schluss der Offenbarung steht wie ein Rettungsanker die Vision vom neuen Jerusalem, der neuen Welt Gottes. Hier sehen wir noch einmal, wie das Leben bei Gott aussehen wird.

In Offenbarung 20,4-6 geht es um die "erste Auferstehung". Hier werden alle auferstehen, die gestorben sind, weil sie sich öffentlich zu Gott bekannt haben. Sie herrschen die tausend Jahre mit Christus, in denen der Satan gebunden ist.

In Offenbarung 20,11-14 geht es dann um die "zweite Auferstehung". Alle Menschen werden zum Leben erweckt und müssen vor das abschließende Gericht. Die Erde und der Himmel existieren ab jetzt nicht mehr und sind verschwunden. Alle werden das Urteil für ihre Taten bekommen und alle die, die nicht im Buch des Lebens stehen werden in den See von Feuer geworfen.

Für die anderen beginnt nun ein Leben mit Gott. Gott wird einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen, auf der er bei seinen Menschen wohnen wird. Es wird ein neues Jerusalem geben, in dem er wohnen wird.

Vielleicht beschreibt die Offenbarung das Lebens nicht sehr ausführlich in allen Details. Aber bereits die geschilderten "Andeutungen" machen Mut, sich auf Jesus einzulassen, an ihm festzuhalten, und ihm treu zu bleiben bis zum Ende. Es wird sich lohnen.

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!
Offenbarung 21,1-5