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Über den Autor

Ralf Müller ist Qualitätsmanager in einem Entwicklungsunternehmen und arbeitet primär im Bereich Eisenbahnsignaltechnik. Er ist seit 1982 Christ. Er lebt in Braunschweig, ist verheiratet und hat ein Kind. Schwerpunkt seines Interesses sind Zeitgeist- und Religionsfragen, Wissenschaften und Theologie. Wenn noch Freizeit bleibt, interessiert er sich für Fußball, American Football und spielt selbst Badminton.

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Frage von AB:
"Ich werde öfters mit der Frage konfrontiert, dass Jesus als Kind ein Mörder war. Die Geschichte aus den Apokryphen kenne ich, in der er Kinder zuerst getötet haben soll und sie anschließend wieder belebt hat und glaube selbstverständlich nicht daran. Doch gibt es irgendeine wissenschaftliche Erklärung oder ähnliches, dass diese Argument eigentlich im Kontrast zur Bibel steht? Also nicht nur, dass es unmöglich ist, weil in der Bibel steht: "Er war ohne Sünde." Sondern auch dadurch, wie die Apokryphe entstanden ist, gefunden worden ist und man daraus logisch herausziehen kann, dass es irgendwer aus Hinterlist oder Eigennutz geschrieben haben muss..."

Was sind neutestamentliche Apokryphen?

Es gibt eine Vielzahl von Schriften, die als neutestamentliche Apokryphen bezeichnet werden; auf diese im Rahmen eines Artikels im Einzelnen eingehen zu wollen, kann hier nicht geleistet werden. Zu den neutestamentlichen Apokryphen gehören das Thomasevangelium, das Philippusevangelium, das Barnabasevangelium, das Jakobusevangelium, die Apokalypse des Petrus, des Paulus und der Maria, diverse Apostelgeschichten und viele mehr. Ich selbst habe sie nicht gelesen und kenne z.B. die Inhalte nicht, die du in deiner Frage erwähnst. Doch ein paar allgemeine Stellungnahmen möchte ich gerne geben, vielleicht helfen sie in deiner Fragestellung weiter.

Apokryphen sind verborgene oder zu verbergende (nicht zugelassene) Bücher. Die neutestamentlichen Apokryphen erheben selbst den Anspruch, unmittelbar mit den Lehrautoritäten der apostolischen Zeit zu tun zu haben und Teil des Wortes Gottes zu sein. Als Autorinnen und Autoren oder Quellen werden Maria, Thomas, Petrus, Philippus und Barnabas genannt. Dieses ist jedoch umstritten und nicht nachweisbar. Die meist unbekannte Verfasserschaft liegt im 2. Jahrhundert oder – wie im Fall des Barnabasevangeliums – viel später. Im Gegensatz zum offiziell anerkannten Kanon des Neuen Testaments haben die Verfasser keinen direkten Bezug zur Gemeinde der ersten Generation, die Jesus selbst gesehen und erlebt habt.

Im Gegensatz zu den Apokryphen des Alten Testaments waren diese Schriften nie ein einheitlicher und klar umrissener Teil; es gibt keine allgemein anerkannte Liste neutestamentlich apokrypher Schriften. Sie waren zudem nie ein Anhang der anerkannten heiligen Schriften.



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