Verliebt, Verlobt, Zusammen gelebt?

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Über den Autor

Günther Buchetmann ist neben seiner theologischen Ausbildung auch noch Sozialpädagoge. Sozialisiert ist er in Bayern und versucht nun, die Franken nicht nur von der Bayerischen Kultur, sondern auch vom Glauben an Jesus Christus zu überzeugen. Er hat Familie und vier heranreifende, teilweise ihn schon überragende "Früchtchen".

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Frage von AL:
"Wir sind ein Paar dass noch nicht verheiratet ist, aber zusammen lebt. Wir sind erst seit kurzem gläubig und wissen das Gott nicht möchte, dass man vor der Ehe miteinander schläft. Wir lesen in der Bibel, gehören einer Gemeinde an und auch sonst leben wir nach Gottes Wort, aber eins belastet uns doch: Dürfen wie zusammen wohnen? Wir wollen uns demnächst beide taufen lassen und auch heiraten."
Ich freue mich, dass ihr beide gemeinsam ein neues Leben mit Jesus Christus angefangen habt. Das ist mit Sicherheit die beste Entscheidung eures Lebens. Es ist auch super, dass ihr darüber nachdenkt, was das nun für euer Leben bedeutet, und was Gottes Wille für seine Kinder ist.

Die Bibel, ist die erste und zuverlässigste Quelle, aus der wir bei diesem Nachdenken schöpfen dürfen - sie ist Wahrheit und Wegweiser auch für so praktische Fragen, wie ihr sie stellt. Es wäre bestimmt hilfreich, mit Eurem Pastor und/oder den Ältesten der Gemeinde über die Fragen zu sprechen, die euch bewegen.


Im Spannungsfeld

In unserer Gesellschaft sind einige Dinge zu Selbstverständlichkeiten
geworden, die die Bibel eindeutig als Sünde klassifiziert. z.B voreheliche bzw. aussereheliche sexuelle Beziehungen. Die Bibel spricht bei allen illegitimen Formen der Sexualität von "Porneia", was in den meisten Übersetzungen mit "Unzucht" oder "Hurerei" wiedergegeben wird. "Porneia" wird grundsätzlich, von allen Autoren der Bibel, als Sünde bezeichnet und abgelehnt.

Die Ehe ist die lebenslange Gemeinschaft eines Mannes und einer Frau, die alle Lebensbereiche betrifft und umgreift. Die Ehe ist Gottes Erfindung und deshalb eine heilige Ordnung und der einzig angebrachte Rahmen, innerhalb dessen wir unsere Sexualität ausleben sollen. Gott ist eindeutig für Liebe, acu für Sexualität (vgl. das Hohe Lied der Liebe), aber auch für gelingendes Leben. Wenn wir verstanden haben, dass Gottes Gebote nie nur einfach etwas verbieten, nur damit es verboten ist, sondern immer Ordnungen zum Leben sind, dann werden wir auch diese Ordnung Gottes besser verstehen. Gott wünscht sich auch für euch beide, dass euer Leben gelingt!

Ich freue mich, dass ihr schon erkannt habt, dass das Ausleben der geschlechtlichen Liebe in die Ehe gehört. Aus verschiedenen Gründen würde ich euch aber empfehlen, bis zur Hochzeit nicht in einer gemeinsamen Wohnung zu leben. Warum?


Vorbilder in der Bibel

Im Alten Testament galt ein verlobtes Paar rechtlich schon als verheiratet (vgl. auch die „Eltern“ von Jesus, Maria und Josef. Deswegen hätte die Schwangerschaft von Maria rechtlich als Ehebruch gegolten, nachdem Josef sich sicher war, dass zwischen ihnen „nichts war“; vgl. Matthäus 1,19).

Die verlobten Partner lebten während der Verlobungszeit nicht zusammen und hatten auch keine sexuelle Gemeinschaft. Das kam erst mit der sogenannten "Heimholung" (1.Mose 24,67; Rut 4,13), also am Hochzeitstag, wenn der Mann seine Frau öffentlich, i.d.R. in das Haus des Vaters, holte.

Bis zum heutigen Tag ist 1.Mose 2,24 für die Ehe konstitutiv, also begründend:

Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.
1.Mose 2,24



Das „seiner Frau anhängen“ betont und hebt besonders den öffentlichen-rechtlichen Akt der Eheschließung hervor. Die Reihenfolge ist hier wichtig: Verlassen – anhängen – ein-Fleisch-werden. Das „Ein-Fleisch-werden“ meint engste, innigste Gemeinschaft in sexueller, seelischer, geistiger und geistlicher Hinsicht.

Diese Grundordnung der Ehe aus 1.Mose 2,24 ist keine "Geschmacksfrage" der damaligen Zeit, denn sie wird auch im Neuen Testament wieder aufgegriffen, z.B. in Bezug auf das Thema Ehescheidung (Matthäus 19,5) oder für die Gemeinde Gottes (Epheser 5,21-33).

Im römisch-griechischen kulturellen Umfeld des Neuen Testaments war man in sexueller Hinsicht recht grosszügig. Das wird aber von Paulus scharf zurück gewiesen und als nicht kompatibel mit dem neuen Leben mit Christus dargestellt:

Und das [nicht nach Gottes Maßstäben Lebende] sind manche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen…
1.Korinther 6,11



Paulus warnt ausdrücklich vor Unzucht und nimmt auch zu einigen strittigen Punkten bzgl. Beziehung und Sexualität Stellung.

Die Ehe ist ein hohes Gut und darum besonders schützenswert. Altes wie Neues Testament gehen davon aus, dass Sexualität in die Ehe gehört und dass die Ehe dann vollzogen ist, wenn Mann und Frau nach dem öffentlich-rechtlichen Akt der Eheschließung (bei uns das Standesamt) in umfassendem Sinn „ein Fleisch“ werden. Erst ab diesem Zeitpunkt begründet sich auch die Lebensgemeinschaft (zusammen leben).


Praktische Fragen

Selbst wenn Ihr also für Euch erkannt habt, dass Ihr vor der Hochzeit nicht miteinander schlafen wollt, ist das Zusammenleben dafür keine gute Rahmenbedingung: Wenn zwei Menschen, die sich lieben und sich anziehend finden, alleine in einer Wohnung leben, ist die Versuchung, doch miteinander zu schlafen, extrem hoch. Das könnt ihr sicher bestätigen.

Ausserdem ist es auch nicht ganz uninteressant, was wir unserer Umwelt vermitteln: Wenn ihr in einer gemeinsamen Wohnung lebt, ist es natürlich auch niemanden plausibel zu machen, dass ihr keine sexuelle Gemeinschaft miteinander habt. Das kauft euch niemand ab. Und insofern schwächt euer Zusammenleben euer christliches Zeugnis: "Na siehste, die Christen sind auch nicht anders" - das wird die normale Reaktion sein.

Wenn man auch an dieser Stelle klar und eindeutig leben möchte, wird man automatisch zum Kontrastpunkt der gegenwärtigen Gesellschaft. Transparent ist dieser Kontrastpunkt aber nur, wenn ihr das auch tatsächlich konsequent lebt und das bedeutet, dass ihr tatsächlich in unterschiedlichen Wohnungen lebt.

Ein nicht ganz zu vernachlässigender Punkt ist es auch, dass ihr, auch ohne Sexualität, schon wesentliche Teile des „Ein-Fleisch-Sein“ in gewisser Weise vorweg nehmt und die Ehe sozusagen nur noch auf „das Sexuelle“ reduziert. Das ist schade.


Fazit

Aus den genannten Gründen möchte ich grundsätzlich davon abraten, dass Nicht-Verheiratete, und sei es auch nur für eine Nacht, in einem Zimmer, Zelt etc. übernachten oder sogar zusammenleben.

Das Neue Testament spricht sehr klar auch von den Kosten der Nachfolge Jesu: Nachfolge bedeutet auch konsequentes Leben. Auch und besonders dort, wo der „gesellschaftliche Druck“ besonders spürbar als Gegenwind um die Ohren bläst. Da werden Christen schnell als „altertümlich“, „Spielverderber“ etc. diffamiert. Aber Gott möchte, dass ihm seine Kinder treu sind - auch und gerade dann dann, wenn diese Treue Kosten verursacht.

Denn letztendlich zahlt sich die Treue zu Gott immer aus, nicht zuletzt in einem guten Gewissen, innerem Frieden und einem klaren Zeugnis. Jesus freut sich über konsequente Nachfolger!

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