Frage von NN:
"Wenn man schon vor der Ehe Sex hatte und immer noch mit der gleichen Person zusammen ist, wieso sollte man dann bis zur Hochzeit auf den Sex verzichten? Ich denke zwar, dass es richtig wäre, aber kann es für mich persönlich nicht begründen."
Antwort
Richtig geahnt: Sex gehört ausschließlich in die Ehe und nicht davor. Wenn man bereits auf falschen Wegen unterwegs war, gibt es keinen guten Grund, darauf wankenden Schrittes weiterzugehen und dabei in der Fehlhaltung zu verharren.
Dazu ein weiteres Beispiel: Die Bibel sagt, dass wir nicht lügen (kein falsches Zeugnis reden) sollen. Aus Lügen entsteht langfristig nichts Gutes. Wenn wir aber schon mal gelogen haben, bedeutet dies, dass wir dann ruhig so weitermachen können, weil ja ohnehin nichts mehr zu retten wäre?
Wohl kaum - hier würde jeder von uns dazu raten, als falsch erkanntes Verhalten zu beenden, Gott um Vergebung zu bitten und dann dem Heiligen Geist die Möglichkeit zu geben, uns zu verändern.
So ist das auch mit dem Sex vor der Ehe: Wenn man zu der Erkenntnis kommt, dass man damit etwas Falsches vor Gott getan hat, dann treibt einen die Buße dahin, die Schuld vor Gott zu bekennen, und alles dafür einzusetzen, mit dem falschen Verhalten nicht fortzufahren.
Zu deiner konkreten Frage möchte folgende Geschichte, die belegt, dass eine sogenannte außereheliche Lebensgemeinschaft bei Gott nicht als Ehe gilt: In
Johannes 4,4-30 wird die Geschichte einer Frau erzählt, die Jesus am Brunnen trifft, wo sie Wasser holen wollte und mit der er ins Gespräch kommt, um ihr von Gott und seinem Reich zu erzählen.
Johannes 4,16-18 Geh hin, ruf deinen Mann und komm hierher!Die Frau erwiderte ihm: Ich habe keinen Mann!
Jesus sprach zu ihr: Zutreffend sagtest du: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; da hast du die Wahrheit gesagt!
Die Frau hat also einen Mann wie einen (Ehe-)Mann, den Jesus und letztlich sie selbst auch, nicht als Ehemann anerkennt; obwohl sich ein solches Zusammenleben aus dem Text erkennen lässt.
Das würde die Frage und Situation genauestens treffen. Man lebt mit einem Partner in einer eheähnlichen Gemeinschaft zusammen, wie die Frau in dieser Geschichte - und Jesus erkennt dieses Zusammenleben eindeutig und klar nicht als Ehe an! Er spricht ihr ab, dass dieser Mann, mit dem sie zusammenlebt (in Geist, Seele und Leib), ihr Ehemann ist. Klar und deutlich!
So kann man auch auf dem Hintergrund der Bibel sagen, dass Sex in die Ehe gehört! Gott erkennt eine Ehe erst dann als Ehe an, wenn sie öffentlich bezeugt und fest gemacht wurde. In Deutschland wäre dies die Unterschrift vor dem Standesamt. Erst dann ist eine Ehe eine Ehe und erst dann gehört der Sex dazu – nicht davor!
Alles andere Tun in der Richtung nennt das Wort Gottes Sünde.
Allgemein gilt: Verharren wir wider besseren Wissens in einer erkannten Sünde, rechtfertigen diese vielleicht sogar und geben dem Heiligen Geist nicht die Möglichkeit, uns zu verändern - dann machen wir nicht nur Gott traurig, sondern geben damit der Sünde weiterhin Raum, wodurch wir uns letztlich das Leben unnütz schwer machen.
Meine dringende Empfehlung daher (entsprechend der eingangs formulierten Ahnung): Stoppe den Sex vor der Ehe und warte damit bis zur Hochzeit. Das mag schwer werden, weil man ja nun genau weiß, worauf man verzichtet – aber der Verzicht lohnt sich: Nicht nur, dass man Gott damit gehorsam wird – auch für die Beziehung ist es eine gute Sache, wenn man ganz bewusst aufeinander wartet. Damit zeigt jeder von Euch dem anderen, wie wichtig ihm der andere ist. Mit dieser Art von Wertschätzung drückt ihr die Liebe zueinander noch einmal in besonderer Weise aus.