Drei Uhr nachts

Drei Uhr nachts, ein Schrei hallt durch unsere Wohnung. Unser kleiner Sohn ist wie so oft in den letzten Wochen aufgewacht und hat, ja was hat er eigentlich? Er ist satt, seine Windel ist trocken und dennoch: er schreit.

Ich weiß, es gibt nur eins, was ihn tröstet: Ich quäle meinen Körper, der sich nachts um drei irgendwie doppelt so alt anfühlt wie tagsüber, aus dem Bett und marschiere so zügig, wie es meine müden Glieder zulassen zu ihm und setze mich neben sein kleines Kinderbett, lege meine Hand auf seinen Kopf. Das Schreien verstummt schlagartig, er packt meinen Arm mit beiden Händen, dreht sich zur Seite und legt meine Hand wie ein Kopfkissen unter seinen Arm. 20 Minuten später wird er eingeschlafen sein.

Während ich so neben ihm sitze, seinen Kopf auf meiner Hand spüre und höre, wie er immer ruhiger und entspannter wird, denke ich an Psalm 4

Ich liege und schlafe ganz in Frieden, denn allein du Herr hilfst mir, dass ich sicher wohne.
Psalm 4,5


Und ich frage mich, wie oft Jesus neben meinem Bett sitzt und meine Seele in seinen Händen hält, wenn ich in Träumen die Sorgen des Tages wälze, über alte Wunden weine oder schlicht und ergreifend Angst habe. Diese kalte, gemeine Angst, die ein Knäul und Gewühl aus allen negativen Erfahrungen ist, die einem das Leben entgegen geschleudert hat.

Ich liege und schlafe ganz in Frieden, denn allein du Herr hilfst, dass ich sicher wohne. Das ist für mich Trost, wenn ich dieses Versprechen im Herzen ergreifen kann, es ist für mich ein Grund wütend zu sein, wenn es meinen Herzen nicht gelingt, Gottes Hand zu ergreifen und mich von ihm trösten zu lassen.