Frage von TS:
"Ich verstehe 1. Mose 3,22 nicht. Nach dem Sündenfall sagt Gott: Der Mensch ist geworden wie unsereiner... er darf nicht mehr vom Baum des Lebens essen, sonst lebt er ewiglich. Was wäre denn so schlimm daran?"
Was ist der Baum des Lebens?
Interessanterweise kommt der Baum des Lebens nicht nur am Anfang der Bibel vor, sondern auch an ihrem Schluss, in der Offenbarung des Johannes:
Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.
Offenbarung 2,7
In der Mitte ihrer Straße und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölf mal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen.
Offenbarung 22,2
Glückselig, die ihre Kleider waschen, damit sie ein Anrecht am Baum des Lebens haben und durch die Tore in die Stadt hineingehen!
Offenbarung 22,14
Und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott seinen Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist.
Offenbarung 22,19
Der Baum des Lebens ist ein Symbol für das göttliche, ewige Leben. Gott hat es den Menschen von Anfang an zugedacht, denn er gab ihnen die Früchte aller Bäume im Garten Eden (außer dem der Erkenntnis) zu essen - also auch die Früchte vom Baum des Lebens (
1.Mose 2,16-17). Diese dienten wohl - ähnlich wie in
Offenbarung 22,2 - zur Förderung der (ewigen) Gesundheit.
Doch war dieses ewige, göttliche Leben mit der Abhängigkeit von Gott, mit dem Gehorsam und der Verantwortung ihm gegenüber verknüpft (
1.Mose 2,17). Als die Menschen nun gegen Gottes Herrschaft rebellierten, hatte dies zur logischen Konsequenz, dass Gott ihnen den Weg zum ewigen Leben abschnitt.
Die erste Begründung der menschlichen Sterblichkeit lautet also: Weil Gott es so angekündigt hatte und weil er seinem Wort treu ist, unterwarf er die Schöpfung der Vergänglichkeit. Damit könnten wir uns eigentlich begnügen, wollen aber versuchen, ein Stück weiter Gottes Motive nachzuvollziehen.