Immer heller und heller…
“Wer aber Gott gehorcht, dessen Leben gleicht einem Sonnenaufgang: es wird heller und heller, bis es lichter Tag geworden ist.” (Sprüche 4,18)
Seit gestern geht mir dieser Spruch nicht mehr aus dem Kopf. Vielleicht, weil ich - als ich ihn gelesen habe - gerade zuschauen konnte, wie das Licht über den Hügeln am Horizont immer stärker geworden ist. Anschauungsunterricht darüber, wie Gehorsam Gott gegenüber sich auswirkt…
Merkt man mir eigentlich an, dass es um mich heller wird? Oder bin ich irgendwo in der Dämmerung steckengeblieben?
Ich möchte mehr. Mehr wissen, was Gott will - und dann auch die Konsequenzen ziehen, “…bis es lichter Tag geworden ist.”
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Horoskop-Hochkonjunktur.
Wieder einmal ist die Zeit da, wo die Horoskope ganze Magazine füllen. Auch alle Jahre wieder. Pünktlich zum Jahreswechsel. Was steht für 2008 in den Sternen?
Ich überfliege kurz den Text zu meinem Sternzeichen. Nicht dass ich daran glauben würde. Ich werde sicherlich nicht von den Sternen aus gesteuert. Ich lese kurz, um mich ein bisschen - alle Jahre wieder - über die Allgemeinplätze zu amüsieren. Weil die Texte so gekonnt geschrieben sind, dass sich jeder darin wiederfindet und doch wenig Substantielles ausgesagt wird.
Was mich aus diesem Horoskop-Hochkonjunktur-Phänomen zwischen den Zeilen anspringt, ist die Sehnsucht nach Sicherheit. Die Sehnsucht nach Gewissheit, dass mein Leben gehalten wird. Und vielleicht nach einem Bisschen Halt in der ungewissen Zukunft.
Jesus hat gesagt: “Weil ich lebe, werdet auch ihr leben.” (Johannes 14,19).
Das reicht mir.
Eine grosse Freude…
Ich wünsche Dir von Herzen ganz frohe Weihnachtstage… das heisst: Genug Ruhe, um über die Ereignisse nachzudenken, derer wir an Weihnachten (normalerweise…) gedenken, Frieden, Freude, keinen Eierkuchen… wobei, wer’s mag…
Jesus ist gekommen. Und das ist eine grosse Freude, wie es damals der Engel ausgedrückt hat. Eine grosse Freude, dass Gott uns nicht seine Beziehung zu uns kündigt, obwohl wir Menschen nicht nach seinen Wünschen “geraten” sind. Eine grosse Freude, dass mit Jesus uns Gott eine 2. Chance anbietet. Überhaupt eine grosse Freude, weil Jesus der menschlich verständliche Beweis für Gottes Liebe für uns und für seine Treue uns gegenüber ist.
Also: Eine grosse, heute (und morgen und übermorgen…) erfahrbare Freude wünsche ich Dir!
Gedankenfutter
Hier eines der Weihnachtsgedichte, die mich jedes Jahr wieder faszinieren. Und ein bisschen nachdenklich werden lassen:
Was hat wohl der Esel gedacht
in der Heiligen Nacht,
als er plötzlich die Fremden sah im Stall?
Vielleicht hatte er Mitleid verspürt,
hat das Bild ihn gerührt,
und er rückte zur Seite, sehr sozial.
Vielleicht aber packte ihn die Empörung:
Welch eine nächtliche Ruhestörung!
Kaum schlafe ich Esel mal ein -
schon kommen hier Leute herein.Und dann lag da vor ihm das Kind,
und er dachte: Jetzt sind
es schon drei. Was ist das für eine Nacht!
Da hält mir das Kind doch zuletzt
meine Krippe besetzt.
Und er polterte völlig aufgebracht:
Ich lasse ja manches mit mir geschehen,
doch wenn sie mir an mein Futter gehen,
dann ist’s mit der Liebe vorbei.
Und er dachte an Stallmeuterei.Er wusste ja nicht, wer es war,
den die Frau dort gebar,
hatte niemals gehört von Gottes Sohn.
Doch wir wissen alle Bescheid
und benehmen uns heut
noch genau wie der Esel damals schon.
Denn Jesus darf uns nicht vom Schlaf abhalten,
nicht unseren liebsten Besitz verwalten.
Doch wer ihm die Türen aufmacht,
der hat jeden Tag Heilige Nacht.Manfred Siebald
Gedankenfutter
Die Heilige Schrift lesen, heißt von Christus Rat holen.
Franziskus von Assisi
“Vor-adventlicher Stress”
Habe mir vorgestellt, dass die Tage Ende November etwas ruhiger werden. Der November war ziemlich voll - Termine, Seminare, Konferenzen… Und nun ist mir aufgefallen, dass jetzt der Zeitpunkt eigentlich gekommen ist, sich über die alljährlichen Adventskalender-Basteleien Gedanken zu machen.
In mir wohnt irgendwo die Vorstellung - wahrscheinlich von meiner Kindheit her -, dass das Adventskalender-Bastel-Feeling versüßt mit dem Duft frischer Honiglebkuchen aus dem Backofen der ultimative innere Weihnachtsfrieden hervorruft.
Dieses Jahr wird alles anders. Anders als die letzten Jahre, als es mir irgendwie doch nicht ganz so friedlich-relaxed-feierlich zu Mute war. Weil der Advent eben doch sehr voll war. Ich sehne mich danach, diesen Advent dann wirklich diese Ruhe zu erleben.
Irgendwie ahne ich tief in mir drin, dass ich dafür einiges ändern müsste. An meinem Lebensstil. Mich weniger von Terminen hetzen lassen. Oder einmal mehr Nein sagen.
Aber eigentlich geht’s um etwas, was viel tiefer liegt: Meine Beziehung zu Gott. Mir endlich die Zeit zu nehmen, ruhig zu werden und (wieder) auf seine Stimme zu hören. Bereit zu werden, dass er wirklich kommt. In mein Leben. In meinen Alltag. In meine Sehnsucht nach Frieden.
Gedankenfutter
“In Gottes Augen bist du so wert[voll], dass Gott die Ewigkeit nicht ohne dich leben will.”
Paul Deitenbeck
Kurskorrektur
Der Winter hat uns so richtig eingeholt - bei 35 cm Neuschnee gab’s heute Morgen kein Halten mehr. Bin schnurstracks in den Keller und hab die Langlauf-Ausrüstung meiner Oma ausgegraben
Die Route querfeldein hat mich ganz schön was gekostet. Und an manchen Stellen war meine Strecke einfach zu steil. Also hab ich mehrmals überlegt, wo ich denn eigentlich hin will - und dass eine Zickzack-Linienführung mich wahrscheinlich meinem Ziel näher bringt, als wenn ich geradlinig darauf zu gehe und dann aber hinterrücks den Hügel wieder (unfreiwillig) runterdüse.
Vielleicht ist es im geistlichen Leben ähnlich - dass Gott mich manchmal eine Zickzack-Linie laufen lässt, damit ich das Ziel erreiche… oder zumindest unterwegs einiges über mich - und über ihn lerne, reifer werde… ihm ähnlicher werde. So gesehen sind die Umwege, die ich manchmal gehe, nicht unbedingt ein Zeitverlust, sondern eine Chance, in Gottes Schule zu bleiben und an mir arbeiten zu lassen.
Und vielleicht wäre der “direkte” Weg, wie ich ihn mir ausgemalt habe, viel zu steil gewesen…
formbar
Ich sitze grad im Büro und sehe durch mein Fenster, wie drei Bauarbeiter ein Stück Gehweg mit Asphalt zupflastern. Ist eigentlich noch ganz spannend, wie formbar das Zeug ist, solange es heiss ist. Nach und nach fahren die Arbeiter mit schwererem Geschütz, sprich irgendwelchen Walzen - davon versteh ich ja gar nichts… - auf. Anfänglich sieht man noch, wie die Walzen Kerben an den Übergängen hinterlässt. Inzwischen ist der Untergrund so hart und gleichmäßig, dass er richtig belastbar ist. Er wird viel aushalten müssen…
Die Moral der Geschichte? Es kommt mir vor, als wär das Ziel von großen Belastungen, dass ich einerseits geformt werde in eine Persönlichkeit, wie sie Gott gefällt, ihm entspricht. Und dass ich andererseits durch solche Zeiten lerne, mehr auszuhalten, gelassener zu bleiben, auch wenn nicht alles so läuft, wie ich mir das vorgestellt habe…
Seid still und erkennt…
Ich bin seit einigen Tagen zurück aus den Ferien. Auf mich haben 2060 Mails gewartet - glücklicherweise davon 1300 Spam
Die gute Seite am Spam? Man kann ihn ungelesen löschen.
Gestern habe ich ein Zitat gelesen, das mir bewusst gemacht hat, wie sehr das Internet unseren Alltag verändert hat:
“Vor zehn Jahren waren die Leute zufrieden, wenn ich ihre Briefe binnen zwei Wochen beantwortete. Vor fünf Jahren waren sie zufrieden, wenn ich ihnen nach zwei Tagen zurückfaxte. Heute wollen sie, dass ich ihre E-Mails noch am selben Tag beantworte…” (Philip Yancey)
Mir fällt’s schwer, diesen “Drive” nicht auch auf mein geistliches Leben zu übertragen. Geduld zu haben… mit mir selber. Oder einfach nur still zu werden und zu erkennen, dass Gott GOTT ist (Psalm 46).